Autor/in: Michael Inden, Diözesanpräses der KAB im Erzbistum Köln
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06. April 2026

 
Ostermontag
 

Die Emmausgeschichte erzählt von zwei Menschen auf dem Weg – müde, enttäuscht, voller Fragen. Sie hatten gehofft, doch nun scheint alles verloren. Also gehen sie weiter, Schritt für Schritt, ohne zu wissen, dass einer längst mit ihnen geht: der Auferstandene. 

Ostern geschieht unterwegs. Nicht im Stillstand, nicht im Rückzug, sondern im Gehen, im Reden, im gemeinsamen Ringen um Sinn. Jesus drängt sich nicht auf. Er hört zu, begleitet, erklärt – und erst beim Brechen des Brotes erkennen sie: Wir waren nicht allein. 

Wie oft gleichen unsere Wege diesem Gang nach Emmaus. Pläne zerbrechen, Hoffnungen wanken, Zukunft wirkt ungewiss. Doch die Geschichte sagt: Gott geht mit – auch unerkannt, auch im Zweifel, auch in der Traurigkeit. 

Ostern heißt deshalb: weitergehen. Fragen stellen. Hoffen wagen. Darauf vertrauen, dass sich Wege klären können und Herzen neu brennen lernen. Der Auferstandene ist kein ferner Sieger, sondern ein Weggefährte. Einer, der mitgeht, zuhört und stärkt. Wo wir unterwegs bleiben, kann Hoffnung wachsen. Wo wir teilen, öffnen sich die Augen.

Und wo wir glauben, dass Gott mit uns geht, wird selbst ein müder Weg zum Weg des Lebens.

Michael Inden, Diözesanpräses der KAB im Erzbistum Köln

 
 
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