Autor/in: Karola Hackenbracht, Köln
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27. März 2026

 
Ich war hier
 

In letzter Zeit verbringe ich erstaunlich viel Zeit auf Raststätten. Orte, an denen niemand bleiben will. Man ist noch nicht da. Aber schon unterwegs. Gestern stand ich vor einer Tür voller Aufkleber und Kritzeleien. Zwischen all dem ein Satz: „Ich war hier.“

Ein einfacher Satz. Der Wunsch, gesehen zu werden. Eine Spur zu hinterlassen.

„Ich war hier. Ich habe gelebt.“

Da musste ich an den Namen meines Gottes denken.

Als Mose Gott nach seinem Namen fragt, sagt Gott: „Ich bin da.“

Wir schreiben „Ich war hier“ an Wände und Türen.
Gott sagt: „Ich bin da.“

Woran sieht man das? Nicht an Schriftzügen.
Sondern daran, wie wir miteinander umgehen.

Ob jemand aufgerichtet wird. Ob jemand gesehen wird.

So entstehen Spuren.

Nicht weil wir beweisen, dass wir hier waren, sondern weil durch uns sichtbar wird:

Gott ist da.

Karola Hackenbracht, Köln

 
 
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