Autor/in: Esther Dufner, Köln
͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌   ͏ ‌  
 
head-nl
 

25. März 2026

 
Ein „Ja“, das die Welt verändert
 

Mit dem heutigen Hochfest Verkündigung des Herrn feiern wir ein kleines „Ja“, das die Welt veränderte. Die Szene aus dem Lukasevangelium (Lk 1,26-38) weckt in mir folgende Gedanken.

Es beginnt unscheinbar: ein abgelegener Ort – Nazareth –, eine junge Frau, ein alltäglicher Moment, der wie jeder andere sein könnte. Und doch geschieht eine Begegnung, die größer ist als alle Vorstellungen. Ein Bote Gottes selbst erscheint. Er bringt ihr einen scheinbar unglaublichen Auftrag: „Du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären“ … “Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden.“

Maria erlebt keinen „heiligen“ Augenblick im klassischen Sinn. Keine festliche Bühne, keine perfekte Vorbereitung, sondern Verunsicherung. Erschrecken. Fragen.

Und mitten hinein: „Fürchte dich nicht.“ 

Vielleicht ist das der Moment, den wir am besten kennen.

Der Augenblick, in dem etwas an die Tür unseres Lebens klopft, das wir nicht eingeplant haben. Eine Idee, ein Ruf, ein neuer Weg, ein ungeahnter Auftrag – oder auch einfach die Ahnung, dass etwas sich verändern möchte.

Und wir reagieren wie Maria: mit Fragen, mit Zweifeln, mit dem Gefühl, dass dies doch eigentlich „nicht zu uns passen kann“.

Doch die Geschichte erzählt: Das Göttliche überfordert nicht, um zu erschlagen – sondern um zu weiten. Es ruft hinein ins Leben, nicht heraus. Es macht Mut, nicht Druck.

Maria antwortet am Ende nicht aus Vollkommenheit, sondern aus Gottvertrauen: „Ja, ich bin bereit.“

Es ist kein lautes „Ja“, eher ein stilles Einvernehmen. Ein Raumöffnen. Ein mutiges Akzeptieren, dass Wachstum immer ein Risiko ist – und ein Geschenk, das das Leben verändert.

Esther Dufner, Köln

 
 
» Der Impuls als PDF