Autor/in: Esther Dufner, Köln
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03. März 2026

 
Artenschutz
 

Die Fastenzeit ist eine Zeit der Umkehr – Metanoia, eine Wandlung des Herzens. Sie lädt uns ein, neu zu schauen: auf Gott, auf uns selbst und auf die Welt, die uns anvertraut ist.


Mitten in diese Zeit fällt heute der Tag des Artenschutzes – der United Nations World Wildlife Day. Vielleicht ist das kein Zufall. Denn die Frage nach dem Schutz der Arten ist zutiefst eine Frage nach unserem Verhältnis zur Schöpfung – und damit zu Gott selbst.
In der Bibel ist die Welt nicht Kulisse, sondern Mitgeschöpf. „Und Gott sah, dass es gut war.“ – dieser Satz begleitet jeden Schöpfungstag (Genesis 1). Gott schaut nicht nur den Menschen an und nennt ihn gut; Gott schaut ALLES Leben an, im Wasser, auf der Erde, in der Luft. Jedes Wesen trägt die Spur des Schöpfers, den Atem Gottes in sich (Psalm 104).


Wenn ein Lebewesen verschwindet, verstummt ein Klang im großen Lob Gottes. Der Verlust der Artenvielfalt ist daher nicht nur ein ökologisches Problem, sondern eine spirituelle Wunde.


Wo die Vielfalt der Schöpfung schwindet, verarmt auch unsere Gottesbeziehung. Denn mit jedem Wesen, das verschwindet, wird das Bild Gottes in der Welt etwas blasser.


Papst Franziskus schrieb in seiner Enzyklika „Laudato si’“: „Jedes Geschöpf ist ein Wort Gottes, das gehört werden will.“ Wenn wir Arten schützen, schützen wir also auch die Sprache Gottes in der Welt. Wir schützen das „Lob des Lebens“, das uns nicht gehört und doch uns anvertraut ist.


Die Fastenzeit lädt uns ein, diese Sichtweise einzuüben: Im Verzichten erkennen wir, wie eng wir mit allem verbunden sind. Im weniger „Nehmen“ wächst unser Bewusstsein für das, was zerbrechlich ist. Im Innehalten ahnen wir, dass Gottes Schöpfung uns braucht – und wir sie.


Wo das Leben geschützt wird, wird Gottes Segen bewahrt.

Esther Dufner, Köln

 
 
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