Das heutige Evangelium des 2. Fastensonntags führt uns mit Jesus und drei seiner Apostel auf einen Berg – den Berg der Verklärung. Dort zeigt er sich ihnen in ungewohnter Weise. Für einen Augenblick werden den Jüngern die Augen auf Jesus hin geöffnet und sie verstehen etwas von seinem göttlichen Leben und seiner Botschaft.
Dazu fallen mir zwei Begriffe ein, die es auch für uns ein wenig verständlicher machen – „Bergerlebnis“ und „Lichtgestalt“. Ein Aufstieg zu einem Berg ist schon immer etwas Besonderes. Die Anstrengung, bis einem fast die Luft wegbleibt, und manche Entbehrungen, bis man den Gipfel erreicht. Belohnt wird man mit einem großartigen Blick auf die Umgebung. Man sieht mehr und man lernt wieder staunen. Der Blick will festhalten und genießen. Das tun die drei Apostel auch: Sie schauen, entdecken und staunen – und Petrus will die Situation fixieren und dauerhaft genießen.
Sie entdecken Jesus als Lichtgestalt. Er ist mehr als der Wegbegleiter und Wanderprediger, der Heiler und prophetische Vordenker. ER IST LICHT, er kommt von Gott – Göttliches geht von ihm aus. Er ist mehr als Mose und Elia, die ihn begleiten – mehr als alle Lichtgestalten des sogenannten Alten Testamentes. Mit dieser Ahnung, diesem kurzen Lichtblick, steigen sie anschließend mit Jesus den Weg wieder herunter vom Berg – eine unauslöschliche Begegnung.
Das Evangelium wird uns heute gelesen, damit auch wir etwas vom Erleben der Jünger Jesu erfahren, damit wir auf dem Weg hin zum Osterfest gestärkt werden mit einer Vorahnung, was Ostern bedeutet: Jesus zu begegnen mit einem sensationellen Blick und der dauerhaften Begegnung mit der Lichtgestalt unseres Lebens.
Peter Jansen, Köln |