Autor/in: Michael Inden, Diözesanpräses der KAB im Erzbistum Köln
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17. März 2026

 
Hl. Patrick
 

Der heilige Patrick wird oft als großer Missionar Irlands gefeiert – doch seine Spiritualität ist zugleich eine Schule der Schöpfungsverbundenheit. In den Gebeten, die mit seinem Namen überliefert sind, erscheint die Welt als durchdrungen von Gottes Gegenwart. 

Besonders eindrucksvoll ist seine Lorica, in der er betet: „Ich stehe auf durch die Kraft des Himmels, durch das Licht der Sonne, den Glanz des Feuers, die Schnelligkeit des Windes, die Tiefe des Meeres, die Festigkeit der Erde.“ 

Hier spricht ein Glaube, der Gott nicht fern der Welt sucht, sondern mitten in ihr entdeckt. Himmel, Erde, Wasser und Licht sind nicht nur Naturphänomene – sie werden zu Zeichen göttlicher Nähe, zu Quellen von Kraft und Staunen. 

Auch in seiner Confessio beschreibt Patrick, wie sehr ihn die Natur ins Gebet geführt hat. Als junger Mann hütete er Schafe im Freien, oft bei Kälte, Regen und Dunkelheit. Unter freiem Himmel wuchs sein Vertrauen auf Gott. Die Schöpfung wurde ihm zum Raum der Begegnung – rau, verletzlich, aber voller Gegenwart Gottes. 

Für die Fastenzeit liegt darin ein tiefer Impuls: Wenn die Welt Gottes Schöpfung ist, dann ist sie nicht bloß Ressource, sondern Mitgeschöpf. Verzicht bekommt eine neue Richtung – nicht nur weniger für mich, sondern mehr Achtung für das, was lebt. Weniger verschwenden. Bewusster konsumieren. Dankbarer empfangen. Behutsamer bewahren. Die Schöpfung trägt uns. Sie nährt uns. Sie lobt Gott auf ihre Weise.

Wer sie schützt, antwortet auf dieses Lob – mit Verantwortung, Ehrfurcht und Liebe.

Michael Inden, Diözesanpräses der KAB im Erzbistum Köln

 
 
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