Autor/in: Mario Amico, KAB Düsseldorf
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08. März 2026

 
Lebendiges Wasser
 

Die Begegnung Jesu mit der Samariterin am Brunnen (Joh 4,5–42) im heutigen Sonntagsevangelium beginnt mit einem einfachen Bedürfnis: „Gib mir zu trinken.“ Doch schnell wird klar: Es geht um mehr als Wasser. Es geht um Würde, Wahrheit und neues Leben. Jesus überschreitet Grenzen – religiöse, soziale, kulturelle. Er spricht mit einer Frau, die ausgegrenzt ist, und macht sie zur Zeugin für andere. 

Hier berührt die Geschichte den Sinn unserer Taufe. Getauft sein heißt nicht nur, persönlich „erlöst“ zu sein. Es heißt, hineingenommen zu werden in Jesu Bewegung: Grenzen überwinden, Menschen ansehen, die übersehen werden, und Quellen lebendigen Wassers öffnen, wo Leben ausgetrocknet ist. 

Die Frau lässt ihren Wasserkrug zurück – ihr altes Leben, ihre Lasten – und wird zur Botin der Hoffnung. Taufe sendet auch uns: hinein in eine Welt, in der viele dürsten nach Gerechtigkeit, Anerkennung und echter Teilhabe. Wo Menschen ausgegrenzt werden, wo Vorurteile trennen, wo Lebensgrundlagen zerstört werden, darf Kirche nicht schweigen. Getauft sein heißt, sozial blind gewordene Strukturen zu hinterfragen und für eine Gesellschaft einzustehen, die Leben ermöglicht – für alle. 

Jesu lebendiges Wasser ist kein Privatbesitz. Es will fließen. Durch uns. In diese Welt.

Mario Amico, KAB Düsseldorf

 
 
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