Autor/in: Mario Amico, KAB Düsseldorf
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24. Februar 2026

 
Hl. Matthias
 

Der heilige Matthias wird nicht durch spektakuläre Worte bekannt, sondern durch seine Sendung. Er rückt nach, füllt eine Lücke, übernimmt Verantwortung. Kein glanzvoller Auftritt – sondern ein stilles „Hier bin ich“. 


Gesendet sein beginnt oft genau so: unscheinbar, aber verbindlich. Seine Berufung erinnert daran, dass Nachfolge kein Ehrenplatz ist, sondern Auftrag. Wer gesendet ist, steht nicht außerhalb der Welt, sondern mitten in ihr – auch dort, wo es unbequem wird. Die erste Gemeinde brauchte jemanden, der Zeugnis gibt. Unsere Zeit braucht Menschen, die hinschauen, wo andere wegsehen. 


Fasten kann helfen, diesen Ruf neu zu hören. Denn vieles lenkt uns ab: Selbstoptimierung, Konsum, das Kreisen um die eigenen Sicherheiten. Währenddessen wachsen Ungleichheit, Ausgrenzung und soziale Kälte. Ganze Gruppen bleiben unsichtbar – die Überhörten, Übersehenen, Überforderten. Gesendet sein wie Matthias heißt dann: nicht schweigen, wenn Würde verletzt wird. Nicht wegducken, wenn Verantwortung gefragt ist. Nicht glauben, Glaube sei Privatsache ohne Folgen für das Zusammenleben. 


Vielleicht ist die eigentliche Frage der Fastenzeit: Wohin bin ich gesendet – und wovor drücke ich mich noch? Gott ruft nicht Perfekte, sondern Bereite. Und er sendet uns dorthin, wo Hoffnung fehlt – damit sie neu wachsen kann.

Mario Amico, KAB Düsseldorf

 
 
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