Autor/in: Karola Hackenbracht, Köln
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23. Februar 2026

 
Langsam unterwegs
 

Manchmal werde ich morgens wach und weiß schon: Heute muss es langsam gehen. Heute werden Sachen unfertig liegen bleiben, manches wird auch misslingen. Heute ist kein Tag für den krönenden Abschluss, für den Showdown. Heute ist ein Tag dazwischen. 


Dann ist die Versuchung groß, sich gar nicht aufzumachen. Die Filler-Episode zu überspringen.


Dabei sind es oft genau diese Tage, die Reisetage sind. Tage, an denen ich nirgendwo ankomme, aber im Rückblick merke, dass sich etwas verschoben hat. Dass ein Weg entstanden ist, ohne dass ich es sofort bemerkt habe.


Auch die Fastenzeit ist kein Weg von einem Erfolg zum nächsten. Sie besteht aus Tagen, an denen nichts „fertig“ wird. An denen man nicht weiterkommt, jedenfalls nicht sichtbar. Und vielleicht liegt genau darin ihre Wahrheit.


„Eine Leuchte für meinen Fuß ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad.“ (Ps 119,105). Nicht für den ganzen Weg. Nicht für den Überblick. Für den nächsten Schritt.


Vielleicht sind diese Tage dazwischen keine Lücken, sondern gehören dazu. Tage, an denen es reicht, unterwegs zu bleiben. Langsam. Unfertig. Echt.

Karola Hackenbracht, Köln

 
 
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