Heute Morgen habe ich die letzten Reste vom Wochenende weggeräumt und die Luftschlangen wieder in ihre Kiste gelegt. Was vor ein paar Tagen noch genau richtig war, hat jetzt keinen Platz mehr. Nicht, weil es schlecht geworden wäre, sondern weil diese Zeit um ist. Und in der Schublade wartet auch schon die Osterdekoration auf ihre Zeit.
Etwas wegzunehmen heißt nicht nur, etwas zu verlieren. Es heißt auch, Raum zu schaffen. Raum, in dem etwas Anderes Platz haben kann.
Jesus geht in die Wüste. Nicht, um sich zu quälen, sondern um Raum zu gewinnen für das, was wirklich wichtig ist, was trägt.
Die Wüste ist nicht einfach ein leerer Ort. Sie ist ein weiter Raum. Dort fällt weg, was ablenkt. Übrig bleibt, was zählt.
Nach den “Tollen Tagen“ kann die Fastenzeit eine andere Art sein, das Leben zu feiern. Ruhiger. Aufmerksamer. Mit mehr Raum für das, was sonst leicht untergeht.
Fasten kann heißen, das eigene Leben so zu ordnen, dass es nicht ständig überfordert. Raum zu schaffen für das, was nährt: für Beziehung, für Ruhe, für einen freundlichen Blick auf sich selbst.
Die ersten Tage der Fastenzeit laden ein, darauf zu achten, wo Raum entsteht, wenn es stiller wird. Wenn die bunten Luftschlangen und der Lärm zurücktreten und ich mit mir selbst wieder ins Gespräch komme. Und zuhöre.
Wofür will ich Raum schaffen?
Karola Hackenbracht, Köln |